Madrid
Ist Madrid nachts sicher? Die ehrliche Antwort eines Einheimischen
Kurze Antwort
Ja. Madrid ist nachts nach jedem europäischen Maßstab sicher, auch für Alleinreisende und Frauen. Gewaltverbrechen gegen Touristen sind selten; das eigentliche Risiko sind Taschendiebe an belebten Orten wie Sol, Gran Vía und in der Metro. Die Straßen sind bis 2 oder 3 Uhr voll, weil die Spanier spät essen und spät ausgehen — und genau deshalb fühlt man sich sicher: Man ist fast nie allein unterwegs.
Was das Risiko wirklich ist
Madrids Problem sind Diebstähle, nicht Gewalt. Taschendiebe arbeiten an der Puerta del Sol, auf der Gran Vía, sonntagvormittags auf dem Flohmarkt El Rastro, in der Metro und in jeder Bar, in der man die Tasche über die Stuhllehne hängt. Es sind Profis: leise, schnell und nie aggressiv. Überfälle sind selten und treffen fast immer jemanden, der um 5 Uhr morgens sichtbar betrunken und allein unterwegs ist.
- Das Handy in die vordere Hosentasche oder in eine Tasche mit Reißverschluss, im Gedränge vor dem Körper getragen.
- Das Handy nie auf dem Terrassentisch liegen lassen. Das ist der häufigste Diebstahl überhaupt.
- In der Metro die Tasche vor dem Körper tragen, besonders wenn sich die Türen öffnen.
- Wenn jemand etwas über Sie verschüttet oder Sie eine Petition unterschreiben sollen: weitergehen. Es ist ein Ablenkungsmanöver.
Viertel: wo normale Vorsicht reicht
Das Zentrum (Sol, Huertas, La Latina, Malasaña, Chueca, Retiro, Salamanca) ist zu jeder Uhrzeit unproblematisch. Lavapiés ist auf den Hauptstraßen lebendig und sicher, in den Seitengassen spätnachts etwas rauer; gehen Sie hin, aber mit offenen Augen. In der Calle de la Montera und den Straßen hinter der Gran Vía gibt es sichtbare Straßenprostitution — eher unangenehm als gefährlich. Die einzigen Orte, an denen ein Madrilene Ihnen abraten würde, um 4 Uhr morgens allein herumzulaufen, liegen in Außenbezirken, in die Sie ohnehin keinen Grund haben zu fahren.
Spät nach Hause kommen
Die Metro schließt jede Nacht gegen 1:30 Uhr. Danach fahren Nachtbusse (búhos, Linien mit einem N) ab der Plaza de Cibeles durch die ganze Stadt. Taxis sind weiß mit rotem Diagonalstreifen, fahren mit Taxameter, sind sicher und bezahlbar; Cabify, Uber und FreeNow funktionieren ebenfalls. Am Wochenende um 3 Uhr morgens zu Fuß durchs Zentrum nach Hause zu gehen ist völlig normal: Die Straßen sind voll.
Wenn etwas passiert
- Die 112 ist die Notrufnummer für alles (Polizei, Rettung, Feuerwehr), auch mit englischsprachigen Mitarbeitern.
- Um einen Diebstahl zu melden, brauchen Sie für die Versicherung eine Anzeige (denuncia). Gehen Sie zur nächsten Wache der Policía Nacional; im Zentrum gibt es einen Service für Touristen (SATE) auf der Wache in der Calle Leganitos neben der Plaza de España, mit Dolmetschern.
- Pass verloren: Anzeige erstatten, dann Botschaft oder Konsulat kontaktieren. Die meisten liegen in den Vierteln Salamanca und Chamberí.
Kurze Fragen
Ist Madrid nachts für alleinreisende Frauen sicher?
Ja. Madrid gilt weithin als eine der sichereren europäischen Hauptstädte für Frauen, die allein reisen. Spätnachts sind die Straßen voller Einheimischer — der beste Schutz, den es gibt. Es gelten die üblichen Vorsichtsregeln: das Glas im Blick behalten und mit einem lizenzierten Taxi oder per App nach Hause fahren, nie mit einem nicht gekennzeichneten Wagen.
Ist die Metro in Madrid nachts sicher?
Ja. Sie ist sauber, gut beleuchtet und bis zur Schließung gegen 1:30 Uhr gut besucht. Das einzige Problem sind Taschendiebe auf vollen Linien — die Tasche also vor dem Körper tragen.
Ist Lavapiés sicher?
Ja, für die allermeisten Besucher. Es ist ein multikulturelles, alternatives Viertel mit viel Nachtleben, beliebt bei jungen Madrilenen. Bleiben Sie spätnachts auf den Hauptstraßen, dann passiert Ihnen nichts.