Spanien
Taschendiebe in Spanien: Wie sie vorgehen und wie du nicht zum Opfer wirst
Kurze Antwort
Taschendiebstahl ist das einzige Verbrechen, dem die meisten Touristen in Spanien je begegnen, und er ist häufig an den vollen Ecken von Barcelona, Madrid und Sevilla: Metro, Las Ramblas, Sol, der Rastro, gut besuchte Terrassen. Es ist Diebstahl durch Ablenkung, nie Gewalt. Handy in die Vordertasche, Tasche geschlossen und vor dem Körper, nichts auf dem Tisch – und ignorier jeden, der mit einer Unterschriftenliste, einem Fleck oder einer plötzlichen Frage auf dich zukommt. Wenn es passiert: Karten sperren, im Notfall die 112 anrufen und für die Versicherung Anzeige erstatten (die „denuncia“).
Die Klassiker
- Die Metrotür: Eine Gruppe drängt dich, während die Türen schließen, einer rempelt, ein anderer zieht das Handy. Passiert auf den vollen zentralen Linien in Madrid und Barcelona.
- Der Fleck: Jemand kleckert Senf, Eis oder ein Getränk auf dich und hilft beim Saubermachen, während ein Komplize deine Tasche nimmt.
- Die Unterschriftenliste oder der Stadtplan: Ein Klemmbrett vor deinem Gesicht oder eine freundliche Person, die nach dem Weg fragt, verdeckt die Hand, die in deine Tasche wandert.
- Das Handy auf der Terrasse: Du legst das Handy auf den Tisch, ein Flyer oder eine Zeitung landet darauf – und verschwindet mitsamt Handy.
- Der Stuhlhaken: Eine Tasche an der Stuhllehne ist von hinten in Sekunden leergeräumt.
- Der Fußballtrick: Ein Fremder will dir einen Dribbeltrick zeigen und hat am Ende dein Portemonnaie.
Gewohnheiten, die dich für sie langweilig machen
- Handy in die Vordertasche oder eine Innentasche mit Reißverschluss, nie in die Gesäßtasche oder eine offene Tasche.
- Tasche quer über den Körper, Reißverschluss nach vorn, im Gedränge und in der Metro die Hand darauf.
- Auf der Terrasse nichts auf den Tisch: Handy, Geldbeutel und Sonnenbrille in die Tasche oder auf den Schoß.
- Nur das Bargeld und die eine Karte mitnehmen, die du brauchst; den Pass in den Hotelsafe legen und ein Foto davon dabeihaben.
- Wenn dich jemand anspricht: weitergehen. Ein höfliches Nein, kein Blickkontakt, weiter.
- Am Strand in Barcelona und Valencia die Tasche nie unbeaufsichtigt lassen, während du schwimmst.
Wenn es passiert
- Sperr die Karten sofort über die Banking-App, und sperr oder lösch das Handy aus der Ferne („Wo ist?“ / Find My Device), falls es das Handy war.
- Die 112 im Notfall. Bei einem Diebstahl ohne Gewalt geh zur nächsten Wache der Policía Nacional (in Katalonien zu den Mossos d'Esquadra) und erstatte die denuncia. Große Städte haben auf Touristen eingestellte Wachen mit Dolmetschern: in Madrid in der Calle Leganitos neben der Plaza de España, in Barcelona auf Las Ramblas.
- Die denuncia ist das, was deine Reiseversicherung braucht. Behalte eine Kopie.
- Pass weg? Nach der denuncia Botschaft oder Konsulat kontaktieren, für ein Notfall-Reisedokument.
- Schau ein, zwei Tage später beim Fundbüro vorbei: Diebe werfen Geldbeutel und Taschen oft ohne das Bargeld weg, und sie tauchen bei Polizeiwachen und städtischen Fundbüros wieder auf.
Zur Einordnung
Spanien ist bei Gewaltverbrechen eines der sichersten Länder Europas, und du wirst um Mitternacht Familien mit Kindern draußen sehen. Taschendiebe sind ein Ärgernis, das sich auf wenige, sehr vorhersehbare Orte konzentriert – und mit den Gewohnheiten oben bist du für sie so gut wie unsichtbar. Lass dich davon nicht nervös machen; lass dich davon ordentlich machen.
Kurze Fragen
Ist Barcelona schlimmer als Madrid, was Taschendiebe angeht?
Barcelona hat den größeren Ruf und die größeren Hotspots (Las Ramblas, die Metro, der Strand), aber die Tricks und die Vorsichtsmaßnahmen sind in beiden Städten dieselben.
Brauche ich in Spanien einen Geldgürtel?
Nein. Eine Vordertasche, eine Umhängetasche mit Reißverschluss und etwas Aufmerksamkeit im Gedränge reichen. Geldgürtel markieren dich als Tourist und nerven.
Tut die Polizei etwas, wenn mein Handy gestohlen wird?
Sie nimmt die Anzeige auf – das ist, was deine Versicherung braucht –, aber wiedergefunden wird es selten. Sperr das Handy aus der Ferne und betrachte es als weg.